YouTube „kauft keine TV-Rechte“

Zuletzt sorgte das Online-Videoportal YouTube mit den Übertragungsrechten der Indian Premier League (IPL) für Aufsehen in der Sportbusinessbranche. Andreas Briese, Strategic Partner Development Manager bei YouTube, stellt nun klar, wie die Partnerschaft wirklich aussieht und wie sich die Google-Tochter im Sportrechtemarkt positionieren will.

„Wir sind kein Lizenznehmer“, stellte Briese im Rahmen des SPONSORs Sports Media Summit in Düsseldorf klar. Live-TV-Rechte werde YouTube nicht kaufen und dies habe man auch nicht bei der IPL getan. Vielmehr wolle sich das Online-Portal als „Hostingplattform“ und „technischer Dienstleister“ positionieren, der die Plattform zur Verfügung stellt, den jeweiligen Rechteinhaber unterstützt und deren Übertragungen promotet. Außerdem übernehme YouTube die Vermarktung und teile sich die Erlöse mit dem jeweiligen Rechtepartner.

Die Live-Übertragung der IPL bezeichnet Briese als „Experiment“, das jedoch Zukunft haben könnte. Die Aufgabe von YouTube sei es, den „Kunden möglichst guten Content anzubieten“, deshalb beschäftige man sich auch weiterhin mit Live-Rechten im Sport, die möglicherweise künftig auch gegen Bezahlung angeboten werden könnten. Jedoch legte sich Briese fest, dass es „grundsätzlich keine exklusiven Verträge“ bei YouTube geben werde. „Wir sind eine Alternative zu einer eigenen Videovermarktung und –verwertung und haben daher auch keine Exklusivität mit unseren Partnern vereinbart.“

„Keine Live-Bilder von Universum-Kämpfen“

Exklusivrechte werde es auch beim Boxen nicht geben: Eine Live-Berichterstattung von den Kämpfen des Boxstalls Universum schloss er sogar komplett aus. Vielmehr wolle man sich bei der Partnerschaft auf den eingeschlagenen Weg im Bereich der Archiv-Bilder konzentrieren.

Nach dem Ausstieg des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF aus dem Boxsport sucht Universum nach einem neuen TV-Partner. Kürzlich hatte Universum-Chef Klaus-Peter Kohl angekündigt, sein komplettes Kampf-Archiv kostenlos auf einem eigenen Universum-Kanal auf YouTube bereitstellen zu wollen (siehe SPONSORs-Archiv). Die Werbevermarktung übernimmt dabei das Internet-Portal, das den Großteil der Erlöse – geschätzte 70 Prozent – an den Boxstall weiterleitet.

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